Eddi – „einfach kann ja jeder“

Einsatzbericht: Eddi – „einfach kann ja jeder“

Einsatzzeit: 12.02.2022 – 15.02.2022

Notfallberatung: Regina Schulius

Einsatzteam Lebendfalle: Kristina Spinler, Nicole Fey

Eddi entlief am 11.02.22 in den frühen Morgenstunden.
Sein Pflegefrauchen stürzte und versetze dem ohnehin noch sehr ängstlichen Eddi damit einen großen Schrecken. Er blieb noch kurz stehen, lief dann auf Ansprache aber mitsamt Sicherheitsgeschirr und Leine davon.
Zum Glück war Eddi zu dieser Zeit bereits seit 9 Wochen dort und kannte sich in der Gegend ein bisschen aus. Im angrenzenden Wald fand er ein sicheres Versteck, fand aber über eine gelegte Schleppe immer wieder den Weg nach Hause.
Alle Versuche Eddi ins Haus zu locken blieben jedoch erfolglos.
Die Aussage, dass Eddi nicht alleine durch Türen geht, ließ uns für einen Moment zweifeln, ob er sich überhaupt mit unserer Lebendfalle sichern lassen würde, aber einen Versuch ist es immer wert.
Die Vorbereitungen liefen, die eingerichtete Futterstelle wurde von Eddi angenommen, Pläne kurzerhand umgeworfen, sodass sich Kristina am frühen Montagabend mitsamt ihres 5-köpfigen Hunderudels auf den Weg machen konnte.
Mit der Hilfe von Pflegeherrchen und –frauchen wurde die Falle abgeladen und ein guter Platz im Garten dafür gesucht.
Als diese gegen 19:30 Uhr stand, war Eddi auch schon da. Kristina bestückte noch schnell die Falle, begleitet von Eddis Gejammer, ob das nicht auch ein bisschen schneller geht, er hätte schließlich Hunger.
Während Kristina die Reolink (Kamera) aufbaute, begutachtete Eddi schon einmal die Falle. Wer nun aber glaubt, dass die Geschichte hier ein schnelles Ende genommen hat, den müssen wir leider enttäuschen, denn jetzt ging der Krimi erst so richtig los.
Als die Kamera hing, entfernte sich Kristina von dort und besprach sich mit der Pflegefamilie von Eddi in deren Haus, die Kamera immer im Blick. Als Timon, einer von Kristinas Hunden im Auto anschlug und Kristina einfiel, dass ihr Schlüssel noch im Zündschloss steckte, wagte sie einen kurzen Gang zum Auto. Eddi lief um ihr Auto herum und interessierte sich scheinbar für die Hunde.
Da Kristina auch schon erfolgreich Hunde mithilfe ihrer Hunde sichern konnte, entschied sie sich Mila aus dem Auto zu lassen.
In sicherem Abstand warf sie Futter auf den Gehweg und so fanden sich beide Hunde und suchten zusammen nach dem Futter. Mila gab ihm immer mehr Sicherheit und so näherten sich beide Stück für Stück der Haustür. Es sah wirklich gut auch, doch auch hier war die Geschichte leider noch nicht zu Ende.
Plötzlich kamen 2 Leute mit Taschenlampen in unsere Richtung, aber bevor diese „verscheucht“ werden konnten, ergriff Eddi schon die Flucht.
Auf seinem Weg verfing er sich mit der Leine unter einem Autoreifen, fing panisch an zu schreien und konnte sich aus dem Geschirr ziehen, bevor Kristina überhaupt eine Chance hatte ihn zu erreichen. Panisch lief er davon. Von jetzt an nur trug er nur noch sein Halsband. Ob der wieder kommt?
Mit gemischten Gefühlen fuhr Kristina von dort weg und parkte ein paar Straßen weiter, falls Eddi die Situation mit ihr und ihren Hunden in Verbindung gebrachte hatte.
Zwischen 21:30 Uhr und 22:00 Uhr hatten wir es mit einer sehr penetranten Katze zu tun, die trotz Baldrianablenkungen schlussendlich um 22:00 Uhr die Falle auslöste. Danach ließ sich diese dann zum Glück nicht mehr blicken.
Nici aus der Ferne und Kristina teilten sich die Bewachung der Kamera, sodass beide jedenfalls immer mal für ein paar Minuten die Augen schließen konnten. Um 02:30 Uhr wurde Kristina dann vom Fallenmelder geweckt.

„FANG! Tiersuche Nord 1 bitte kontrollieren.“
Der Blick auf die Reolink ließ alle Beteiligten erfreut aufatmen.
Es ist Eddi, der Spuk hat ein Ende.

Wir beförderten die Falle direkt vor die Haustür und konnten Eddi so gesichert in seine 4 Wände entlassen. Kristina ließ noch ein Sicherheitsgeschirr dort, da Eddi seines trotz der kurzen Zeit schon etwas zu groß geworden war.
So kann Eddi, sobald er und seine Familie sich von dem Schrecken erholt haben, gesichert auf das neue Leben vorbereitet werden.

(Einsatzbericht & Veröffentlichung: Kristina Spinler, Regina Schulius, Dorothea Mischler)

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