Donna – ein Kiel-Krimi ODER Tina, unsere Hundeflüsterin

Einsatzbericht: Donna – ein Kiel-Krimi ODER Tina, unsere Hundeflüsterin

Einsatzzeit: 15.08.2020 – 16.08.2020

Notfallberatung: Kristina Spinler

Einsatzteam Lebendfalle: Kristina Spinler, Tina Langwadt

Während im Fernsehen der Kieler Tatort lief, hatten wir mal wieder unseren ganz eigenen Krimi. In der Hauptrolle Donna, eine Bullmastiff-Mix-Hündin, die durch einen unglücklichen Umstand in der Nacht vom 15.08.20 entlaufen konnte. Da sie in ihrem bisherigen Leben nicht viel kennen gelernt hat, war sie draußen alleine entsprechend überfordert. Nur abends kam sie aus ihrem Versteck. Leider gab es immer wieder Einfangversuche von Passanten, die helfen wollten. In Donnas Situation halfen dies Versuche nicht, sondern verschreckten sie nur weiter und brachten sie sogar in lebensgefährliche Situationen, denn Donna lief in der Nähe einer Schnellstraße.

Am Sonntag den 16.08.20 war unsere Notfallberaterin Kristina gerade mit ihren Hunden draußen, als die Besitzerin anrief und ziemlich aufgeregt mitteilte, dass sie wüsste, wo Donna sich aufhielt. Sie lag in einem Graben, direkt neben der Schnellstraße. Immer wieder stand sie auf, lief kurz hin- und her und jammerte. Freunde der Besitzer waren bereits vor Ort und versuchten Donna davon abzuhalten, auf die Straße zu laufen. Nach kurzem Überlegen und Abstimmung mit unserer Staffelkollegin Tina entschieden die beiden sich dazu, sofort nach Kiel zu fahren. Mit dabei auch wieder einmal unsere Lebendfalle sowie ein paar meiner mobilen Zäune und natürlich jede Menge Leckereien. Zeitgleich verständigte unsere Kollegin Nici die Polizei und bat um Unterstützung, da die Straße wirklich stark befahren war. An dieser Stelle schon einmal der Dank an die Kieler Polizei, die sofort zur Stelle war, den Verkehr beruhigte und sich komplett an unsere Vorgehensweise gehalten hat.

Da durch den Graben kein Durchkommen war, entschieden wir uns die Falle von hinten über ein Feld in Richtung Donna zu bringen. Schieben war dort nicht möglich, aber dank der zahlreichen Helfer trugen wir diese über das Feld aus Disteln und Sonnenblumen an seinen Einsatzort, machten alles fertig und stellten die Falle direkt scharf. Donna lag weiterhin erschöpft an ihrem Platz. Inzwischen war es schon stockfinster und der Verkehr beruhigte sich deutlich, weshalb wir uns entschieden die Polizei wieder ziehen zu lassen, damit für Donna mehr Ruhe einkehrt. Die aufgestellten Zäune sicherten einen Teil des Weges zur Straße ab, der Rest war durch die reine Präsenz der Helfer abgesichert. “Ihr alle habt großartig mitgeholfen. Danke für Euer Vertrauen und dass ihr genau das getan habt, worum wir Euch gebeten haben. Ihr seid alle engagiert ;-)“

Nachdem die Polizei abgerückt war, kam plötzlich Leben in Donna und sie fing an auf und ab zu laufen. Tina fing an von der Straße her Würstchenstücke zu Donna zu werfen, die diese gierig annahm. Immer wenn Tina sie vorsichtig ansprach, wedelte Donna freudig mit der Rute. Wir entschieden uns dann, dass Tina ebenfalls in den Graben und in Richtung Falle gehen sollte. Uns war in dem Moment klar, dass sie Tina folgen würde und genau das tat sie auch. Tina und ich waren die ganze Zeit über Handy im engen Kontakt, damit sie immer wusste, wo Donna sich gerade befindet und ob sie weiter nach vorne oder wieder ein Stück zurückgehen sollte. Als Tina zu weit weg war, legte sich Donna 2m neben der Falle im Gebüsch ab, sodass Tina wieder zurückkam. Sofort reagierte Donna auf sie mit vorsichtigem Wedeln und man sah ihre Zerrissenheit, dass sie gerne zu ihr gehen wollte, sich aber nicht traute. Tina lockte und motivierte sie vorsichtig und Donna reagierte. Schritt für Schritt ging sie auf Tina zu, schnurstracks an der Falle vorbei und lief Tina förmlich in die Arme. Am liebsten wäre sie in sie reingekrochen, bettelte um Streicheleinheiten und knutschte Tina ab. So konnte diese ihr ganz entspannt eine Retrieverleine umlegen und als Sie uns zurief „ICH HAB SIE“, war die Erleichterung riesengroß. Kristina brachte ihr vorsichtig ein Sicherheitsgeschirr, dass sie sich umlegen ließ. Gesichert und zunächst in Kristinas Auto gebracht, hatte der Spuk dann ein Ende.

Tina, Du hast das so großartig gemacht. Mit Deinem besonderen Feingefühl für Hunde bist Du unsere Heldin der Nacht und wir freue uns alle so sehr, dass Du dir ihr Vertrauen erarbeiten konntest. Wie war das noch? Neben-der-Falle-Beauftragte? Kristina nennt es lieber Hundeflüsterin. Tina nennst es „Liebe auf den ersten Blick“. Hätte Donna nicht schon so ein liebevolles Zuhause, wir wissen genau, wo diese Knutschkugel jetzt leben würde.

Wir wünschen der süßen Donna, dass sie lernt, was das Leben für positive Seiten für sie bereithält und sie ihre Ängste nach und nach abbauen kann. “Deine Besitzer werden alles daran setzten, da sind wir uns sehr sicher“.

Noch ein wichtiger Nachsatz: Was bei Donna funktioniert hat, ist nicht selbstverständlich und muss immer individuell eingeschätzt werden! Wir haben darum auch zuvor die Besitzer gebeten, die Donna erst ein paar Stunden bei sich hatten, solche Aktionen nicht zu versuchen. Erst nachdem wir uns selbst ein Bild vor Ort machen konnten und jeden Schritt sorgfältig überlegt und abgewogen haben, haben wir den Versuch gestartet, jederzeit mit Plan B, C und D in der Hinterhand.
Wie heißt es immer so schön im Fernsehen: BITTE NICHT NACHMACHEN!!
Holt Euch Hilfe und Unterstützung bei erfahrenen Tiersuchstaffeln o. ä.

(Bericht: Kristina Spinler, Veröffentlicht: Doro Mischler)


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